Mit Bestürzung haben wir vom Tod von Basil Schader erfahren, Beirat und langjähriges Mitglied der Gesellschaft Schweiz-Albanien.

Unsere Bestürzung über den Tod von Basil Schader ist gross. Noch vor einem Monat hatte er an unserer Mitgliederversammlung teilgenommen, und wir den angeregten Austausch mit ihm genossen. Im Alter von 74 Jahren ist er nach kurzer Krankheit einer Lungenentzündung erlegen.
Prof. Basil Schader ist einer der vielen Sprachwissenschaftler, die ihr Herz an Albanien verloren haben. Er ist ein einzigartiges Beispiel, wie vielfältig und spannend Beziehungen zu Albanien und Albanern gepflegt werden können. Er engagierte sich für Hilfsprojekte in Albanien, hat die Sprache erlernt und ist als Verfasser von Lehrbüchern zum Botschafter des Albanischen in der Schweiz geworden.
Zur albanischen Sprache kam er aber eher indirekt. Seine Frau Erika organisierte in den 1990er Jahren Hilfsprojekte in Albanien – vor allem im Bildungsbereich – und Basil unterstützte sie tatkräftig. Der ausgebildete Lehrer, der Germanistik, Pädagogik, Literaturkritik und Volkskunde studiert hatte, war schnell auch von der Sprache des Lands fasziniert – und absolvierte ein Studium der Literatur an der Universität Tirana.
Als Professor an der Pädagogischen Hochschule Zürich rückten bald die vielen albanischen Flüchtlingskinder in seinen Fokus. Er hat Grundlagen und Lehrbücher erschaffen, um albanische Kinder in der Schweiz ihre Muttersprache zu lehren.
Integration, Bildungsförderung und Hilfe waren Themen, die ihm wichtig waren. So war Basil in verschiedenen Vereinen, die einen Fokus auf Albanien hatten, stark engagiert.
Aus Liebe zur Sprache, Kultur und den Menschen hatte Basil Schader begonnen, literarische Werke und andere Bücher zu übersetzen. Über Jahre war er wegen der Krankheit seiner Frau Erika, die er hingebungsvoll pflegte, stark ans Haus gebunden. Die Zeit nutzte er, um zahlreiche Bücher aus dem Albanischen ins Deutsche zu übersetzen und um eigene Literatur zu verfassen.
So half er nicht nur Albanern in den Schweiz, ihre Sprache besser zu verstehen, sondern auch die albanische Kultur und Literatur im deutschsprachigen Raum zu verbreiten. Neben Werken von Fatos Kongoli übersetzte er beispielsweise auch Enver Hoxhas Kindheitserinnerungen, die einen einzigartigen Einblick in das Leben in Gjirokastra zu Beginn des 20. Jahrhunderts geben.

Basil war Gast an unserer Mitgliederversammlung 2024, an der Thomas Krempke ein Autorengespräch mit ihm führte. Durch das Live-Interview erhielten wir einen spannenden Einblick in Basils Motivation und Antrieb für seine Arbeit. Er berichtete uns von seinem vielschichtigen Albanien-Engagement, wie und weshalb er Bücher zum Übersetzen auswählte, von der Zusammenarbeit mit den Autoren und weiteren Plänen.
Leider wird er seine vielen Projekte nicht mehr zu Ende führen können. Sein Ableben ist ein grosser Verlust für den interkulturellen Austausch mit Albanien.

