Die Schweiz und Albanien feiern 50 Jahre diplomatische Beziehungen. Grund für Bundesrat Ignazio Cassis, nach Tirana zu fliegen.

Im Herbst 1970 reiste Botschafter Hans Keller als erster Schweizer Diplomat nach Tirana und überreichte dort sein Beglaubigungsschreiben (siehe Beitrag zur Geschichte der diplomatischen Beziehungen). Heute 23. November, 50 Jahre später, flog anlässlich des Jubiläums Bundesrat Ignazio Cassis nach Albanien. Die Feierlichkeiten waren aber nur einer von vielen Gründe für die Reise.

Im Zentrum des offiziellen Besuchs des Vorstehers des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten standen verschiedene Treffen. So traf Cassis seinen Amtskollegen, den amtierenden Aussenminister Gent Cakaj, für einen Austausch über die bilateralen Beziehungen, die internationale Zusammenarbeit der Schweiz in der Region sowie der diesjährige OSZE-Vorsitz Albaniens.

Mit ihm besuchte er auch die Jubiläumsausstellung.

Schwerpunktland der Schweizer Entwicklungshilfe

Die Schweiz engagiert sich stark in Albanien, das unter anderem ein Schwerpunktland der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) sowie des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO) ist. Die Schweiz hat seit 1996 rund 345 Millionen Franken in die Entwicklung Albaniens investiert und gehört neben Deutschland zu den wichtigsten bilateralen Geldgebern des Landes. Trotzdem war dies die erste Reise eines EDA-Vorstehers nach Tirana seit 1999. Bei einem Arbeitsessen tauschte sich Cassis mit Partnern zur Bedeutung und zum zukünftigen Engagement der Schweiz in Albanien aus.

Bundesrat Cassis unterstrich die Bereitschaft der Schweiz, Albanien weiterhin in seinen Reformbemühungen zu unterstützen und würdigte die stabilisierende Rolle, die Albanien im Westbalkan spielt: „Ich bin stolz, dass wir Albanien auf dieser Reise begleiten dürfen. Die Schweiz unterstützt die Bemühungen, demokratische Strukturen und Institutionen aufzubauen, um so auch die Integration in die europäische Familie zu fördern.“

Weiter kam Bundesrat Cassis mit den albanischen Präsidenten Ilir Meta zu einem Höflichkeitsbesuch und mit Ministerpräsident Edi Rama, offizieller Aussenminister Albaniens, zusammen. Der Premierminister bedankte sich für die gute Zusammenarbeit.

Schweizer Hilfe für Erdbebenopfer

Vor der Heimreise besuchte Bundesrat Cassis ein Projekt zur Renovierung von Häusern, die durch das Erdbeben vor einem Jahr zerstört wurden. Gemeinsam mit dem albanischen Minister für Wiederaufbau, Arben Ahmetaj, machte sich Bundesrat Cassis vor Ort ein Bild von der Schweizer Soforthilfe. Die Visite erlaubte dem Vorsteher des EDA einen Einblick in das humanitäre Engagement der Schweiz vor Ort.

Geringes albanisches Interesse

In den albanischen Medien fand der Besuch kein grosses Echo. Diverse wichtige Medien berichteten gar nicht darüber. Auch Edi Rama und Ilir Meta hatten andere Themen auf der Agenda und verschwiegen den Gast, der über viel Geld für Albanien entscheidet, auf ihrern Social-Media-Kanälen.


 

2 Comments

  1. Ron Meier 25. November 2020 at 10:24

    Bemerkenswert die mediale Ignoranz der Albaner betreffend dem Besuch des CH-Bundesrates. Wie soll man dies interpretieren?

     
  2. Rolf Alther 19. Dezember 2020 at 15:36

    Ganz einfach: Die Unterstützungsbeiträge vorerst mal halbieren.

     

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