Der Aufschwung des Tourismus in Albanien wurde in letzter Zeit vermehrt von Medien thematisiert

Boomender Tourismus in Saranda

Mit dem Aufschwung in Albanien und dem Wegfall zahlreicher Tourismusdestinationen aus Sicherheitsgründen rückt Albanien immer mehr in den Fokus von Touristen – allmählich auch von Schweizer Touristen. Langsam wird auch hierzulande das grosse touristische Potential des Landes, das „Lonely Planet“ schon 2011 hervorhob, erkannt.

Dhërmi am Ionischen Meer

Immer wieder berichten Schweizer Medien über Albanien. Erst vor Kurzem erklärte die grösste Schweizer Zeitung „20 Minuten“ das Land zur neuen Destination für Hipster – ohne zu begründen, weshalb gerade Hipster auf Ferien in Albanien besonders abfahren sollen. Richtig beobachtet ist hingegen, dass vermehrt Backpacker und andere Touristen aus deutschsprachigen Ländern nach Albanien reisen. Andere sind schon länger dort: Tschechen am Wandern oder am Strand im Norden, Norweger sowie Briten im Süden und natürlich die Auslands-Albaner.

Antigonea – eine von den kaum bekannten archäologischen Sehenswürdigekeiten des Landes

Tourismus ist in Albanien schon eine feste Grösse. Im Hochsommer sind die Strände und Badeorte mehr als gut bevölkert, wenn Zehntausende von Albanern aus dem Inland, den Nachbarländern und der ganzen Welt Urlaub machen. Die Saison ist aber kurz und die Wertschöpfung eher gering (vgl. den Kommentar auf albanien.ch). Die Qualität des Angebots spricht, da mehr auf Albaner ausgerichtet, westeuropäische Touristen oftmals aber noch nicht genügend an. Die Infrastruktur ist noch nicht überall perfekt, die Küstenorte bereits vielerorts verbaut und im Sommer gut ausgelastet, das Land ist noch unzureichend auf ausländische Touristen vorbereitet und Buchungsmöglichkeiten im Westen gibt es kaum.

Urlaub in Albanien muss sich nicht auf Badetourismus beschränken. Neben Kulturreisen und Rundreisen gibt es auch viele Möglichkeiten, das Land sportlich zu erkunden: zu Fuss im Gebirge, mit dem Rad durch die Berge, mit Offroad-Vehikel auf endlosen Pisten oder mit Wassersportgeräten auf Flüssen, Seen und dem Meer. Ausserhalb der Hochsaison hat man auch die Strände fast für sich allein.

Strand bei Vlora

Das „World Economic Forum“ hat in einer soeben publizierten Untersuchung eine starke Verbesserung des touristischen Potentials Albaniens für Investoren erkannt: Das Land machte acht Plätze gut und liegt jetzt auf Rang 98. Während zum Beispiel die Infrastruktur im Bericht schlecht gewertet wird, wird das Sicherheitsumfeld sehr positiv beurteilt – mit Rang 46 liegt Albanien vor fast allen südeuropäischen und auch vor vielen westeuropäischen Ländern. Auch der Arbeitsmarkt wird sehr arbeitgeberfreundlich gewertet. Weniger güstig wird die „Internationale Offenheit“ beurteilt, wobei die Anzahl von binationalen Flugverkehrs- und Handelsabkommen für europäische Investoren weniger relevant ist. Auch hinter die schlechte Beurteilung der natürlichen und kulturellen Resourcen sind Fragezeichen zu setzen, da die Zahlen zum Teil deutlich von anderswo publizierten Werten abweichen. Unbestritten ist hingegen eine geringe Attraktivität für internationale Konferenzen.

Ein solcher weltweiter Bericht kann natürlich nur eine grobe Übersicht bieten. Ausserdem haben gewisse Werte für ausländische Investoren zum Teil eine andere Bedeutung als für inländische Touristikpromotoren. Nicht jede Investition im Tourismusbereich hat sofortige oder direkte Auswirkungen auf den ausländischen Investor. Klar ist hingegen, dass Tourismus in Albanien deutlich im Aufschwung ist. Gerade in der aktuellen Zeit vermag Albanien deutlich mehr Ausländer anzuziehen – auch Schweizer reisen immer öfter dorthin.

Noch mehr Schweizer würden wohl Albanien besuchen, wenn sich die Anreise vereinfachen liesse. Der albanische Ministerpräsident Edi Rama wünschte sich kürzlich in einem Interview mit dem Tages-Anzeiger eine direkte Fluverbindung zwischen der Schweiz und Albanien. Auch die Gesellschaft Schweiz-Albanien arbeitet schon länger an diesem Thema. Hoffentlich ändert sich hier bald was.

 

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